Verpackungsabgabe ein guter Ansatz gegen die zunehmende Vermüllung der Stadt

Überfüllter Mülleimer
Foto von Markus Spiske auf Unsplash

Aktuell wird im Gemeinderat die Einführung einer Verpackungssteuer für sperrige Wegwerfverpackungen in der Gastronomie diskutiert. Der Ortsverband Villingen-Schwenningen von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt das Vorhaben und sieht darin eine faire Beteiligung der Verursacher der zunehmenden Vermüllung unserer Innenstädte und der Landschaft an den Kosten.

PRESSEMITTEILUNG

Villingen-Schwenningen, 23.3.2026 – Der To-Go-Verkauf mit Wegwerfverpackungen ist im Kern ein Geschäftsmodell, bei dem zur Gewinnmaximierung die Kosten für Räumlichkeiten, Geschirr, Service und Abfallbeseitigung dadurch eingespart werden, dass den Kundinnen und Kunden sowohl der Service als auch die Beseitigung der Verpackungen aufgebürdet werden. Das Ergebnis sind enorme Mengen unnötigen Mülls, überbordende Abfalleimer im Stadtbild und hässliche Spuren aus Fast-Food-Verpackungen entlang unserer Landstraßen.

Die Zeche für die Beseitigung der Müllberge zahlen letztlich die Bürgerinnen und Bürger. In Zeiten, in denen selbst zentrale Leistungen wie die Kinderbetreuung oder Schulsanierungen aus Kostengründen auf der Kippe stehen, ist das ein Unding.

Wegwerfverpackungen in der Gastronomie sind ein Ärgernis. Gemeint sind explizit nicht Papiertüten beim Bäcker oder beim Dönerstand, sondern besonders sperrige Boxen oder Becher. Niemand will To-Go-Verzehr verbieten, aber es spricht doch nichts dagegen, dass diejenigen Kunden, die diese Form wünschen, auch für die Abfallbeseitigung aufkommen. Zudem gibt es ausreichend etablierte Pfandsysteme oder Bring-your-own-Anreize – auch bereits bei fortschrittlichen Gastronomen in VS.

Wichtig wäre eine einfache Umsetzung durch die Stadt und dort kann man die Vorlage u. U. noch nachbessern. Beispielsweise werden pro Mahlzeit und Getränk einfach ein Betrag von 50 Cent extra auf dem Bon ausgewiesen, der am Monatsende an die Stadtkasse abgeführt wird. Das ist transparent und nachvollziehbar, erzeugt kaum Verwaltungsaufwand und führt dem Kunden die Kosten seines Verhaltens vor Augen.

Die Einnahmen aus dieser Abgabe – wir schlagen den Namen Clean City Cent, kurz 3C, vor – können zum einen genutzt werden, um kleine Gastronomiebetriebe bei der Umstellung auf Mehrweg zu unterstützen als auch die Müllsituation in den Innenstädten zu verbessern. So funktioniert das in Tübingen hervorragend.

„Was uns hier von der Gastro-Lobby als hipper Lifestyle verkauft wird, ist letztlich eine Kostenoptimierung zu Lasten der Allgemeinheit. Ein gutes Gastronomieerlebnis ist das Ergebnis von frischer Zubereitung, gutem Service und angenehmem Ambiente. Sich Zeit für ein Getränk oder eine Mahlzeit zu nehmen, ist auch Wertschätzung gegenüber dem Produkt und vor allem gegenüber sich selbst.“
Bernd Hoeck, Mitglied im Vorstand des Ortsverbandes der Grünen in Villingen-Schwenningen

Wenn mit der 3C-Abgabe To-Go-Geschäfte durch eine faire Kostenverteilung unattraktiver werden, wird dies die traditionelle Gastronomie mit hochwertigen Speisen und Getränken eher stärken. Was in Tübingen, Freiburg und Konstanz hervorragend funktioniert, sollte doch auch bei uns klappen und vielleicht setzt VS durch eine besonders einfache Umsetzung ein Zeichen.

Bernd Hoeck
Karin Zucker | Olaf Wuttge-Greimel

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